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Geschichte

Die Insel Siltasaari ist ein Teil des von der Eiszeit gebildeten Landrückens Heinolanharju, der in Nord-Süd-Richtung verläuft. Die Wassermassen des damaligen Päijänne-Sees durchbrachen den Erdwall vor rund 6100 Jahren und schufen das Bett für die Stromschnelle Jyrängönkoski, durch das sie nach wie vor in südöstliche Richtung fließt.

Die schmalste Stelle des Stroms und dessen Oberlauf dienten schon zu prähistorischen Zeiten als Stellen zum Übersetzen. Im 15. Jahrhundert wurde der Verkehr am Fluss reger, als zwischen der Burg Häme und der Burg Olavinlinna ein durchgehender Reitweg eingerichtet wurde. Später wurde daraus die Große Savo-Straße, die für das Schwedische Reich von großer strategischer Bedeutung war.

Überwinder des Stroms

Bekanntlich hat es in Heinola einst Fährleute und Ruderer gegeben, die gegen ein Entgelt in Naturalien Reisende über den Fluss brachten. Im Jahre 1790 verloren sie ihre Erwerbsquelle, denn auf Befehl des schwedischen Königs Gustav III. wurde eine Floßbrücke über den Strom gebaut, die vom Ufer der Maschinenfabrik aus zum Ufer des heutigen Casinos führte.

Die Floßbrücke verfiel jedoch mit der Zeit, und man begann im Jahre 1823, eine stationäre Brücke über die Stromschnelle zu bauen. Wegen der reißenden Strömung war dies jedoch ein schwieriges Unterfangen. Man löste das Problem, indem man die Landzunge, die in den Strom hinausragt, durchstieß. Der Strom teilte sich dadurch in zwei Arme auf. Die zwischen ihnen verbliebene Insel wurde nun mit zwei Brücken mit dem Festland verbunden.

Die Brücken wurden von Zeit zu Zeit instand gesetzt, und die längere Brücke erhielt im Jahre 1855 Unterbauten aus Stein. Im Juli des Jahres 1900 brannte der hölzerne Überbau der Brücke ab, in Brand gesetzt von einem Funken aus dem Schornstein eines Dampfschiffes. Um den Verkehr aufrechtzuerhalten, musste man nun im Sommer Fährboote und im Winter eine provisorische Pontonbrücke einsetzen. Die Lage erleichterte sich erst Ende des Jahres 1902, als eine neue Stahlbogenbrücke fertig gestellt wurde.

Im Bürgerkrieg von 1918 haben die roten Truppen versucht, die Brücke in die Luft zu sprengen, was ihnen jedoch nicht ganz gelang. Nach der Instandsetzung diente sie dem Verkehr noch bis zum Ende der sechziger Jahre, als die neuen Straßenbrücken fertig gestellt wurden.

1930 begann man mit dem Bau der Eisenbahnbrüche, die über Siltasaari verläuft. Im Herbst 1932 wurde die Brücke feierlich eingeweiht und für den Zugverkehr eröffnet. Zugleich wurde die Bahnstrecke Lahti–Heinola in Gebrauch genommen. Die gewaltigen Steinpfeiler und die Stahlbogenkonstruktionen haben seitdem die Landschaft bestimmt. Die massive Eisenbahnbrücke wurde zu einem Wahrzeichen von Heinola, das auch im heutigen Wappen der Stadt zu sehen ist.

Die Brücken für den leichten Verkehr wurden im Jahre 1983 gebaut. Seitdem gelangt man auf die Insel auch zu Fuß und mit dem Rad.

Brauereien und Schnapsfabriken

Das Brauen von Bier und das Destillieren von Branntwein waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Heinola wichtige Erwerbszweige. Die Produkte waren bekannt, und auch andere finnische Städte wurden mit ihnen beliefert. Der Kunstmaler Albert Edelfelt erzählt in einem Brief aus dem Jahre 1874, er habe in Paris Finnen getroffen, die das Bier aus Heinola und die Zigaretten von Tollander vermissten.

Der aus Sysmä gebürtige Kaufmann P. H. Bökman gründete im Jahre 1855 auf Siltasaari die erste Bierbrauerei. Der Platz war günstig, denn reines Wasser war in Fülle vorhanden, und auch die Verkehrsverbindungen über Land und Wasser waren vorzüglich. Neben der Brauerei wurden auf der Insel auch eine Schenke und ein Laden eröffnet.

Diese Brauerei, P. H. Bökmans Bryggeri, schloss ihre Tore im Jahre 1860. Vier Jahre später setzte Siltasaaren Oluttehdas, die „Bierfabrik Siltasaari”, das Bierbrauen fort. Der Kaufmann und Buchhalter C. L. Lemström war der Besitzer der Fabrik.

Nach ihm fiel die Brauerei in den Besitz von F. Lemström und U. Lindholm. Die Geschäftsleute, die anderswo in der Stadt Brauereitätigkeit betrieben, begannen nun, auf Siltasaari Schnaps zu brennen. In den 1880er Jahren wurde diese Tätigkeit eingestellt, weil sie sich nicht rentierte.

Die Ära Helander

Ende des Jahres 1902 gelangte Siltasaari durch eine Auktion in den Besitz des Kommerzienrates Niilo Helander.

Helander war ein erfolgreicher Kaufmann und eine einflussreiche Gestalt im sozialen Leben. Er ging daran, die Außenflächen auf der Insel instand zu setzen. Zudem baute er das Hauptgebäude aus und machte es zum prächtigsten Wohnhaus in der Stadt. Das lange, zweistöckige Gebäude lag direkt am kleineren Flussarm.

Niilo Helander und seine Gattin gehörten der Oberschicht an. Zu ihren Zeiten war das gesellschaftliche Leben auf der Insel rege, und viele bedeutende Persönlichkeiten jener Zeit kamen zu Besuch.

Nachdem er sich im Jahre 1915 von Onni Loviisa Ståhlberg hatte scheiden lassen, heiratete Niilo Helander die aus Dänemark gebürtige Fanny Clausen. Sie pflanzte im Garten ausländische Pflanzen an, von denen zumindest die Felsenbirnen noch heute auf der Insel wachsen.

Im Februar 1918 mussten die Herrschaften, die zu den reichsten Leuten der Gegend zählten, vor den Rotgardisten fliehen, die für zwei Monate die Stadt besetzt hielten.

Nachdem sich die Rotgardisten aus Heinola zurückgezogen hatten, kehrten die Helanders heim. Im Jahre 1922 zogen sie nach Helsinki, und Siltasaari samt den Gebäuden fungierte nur noch als Landsitz. In der Hauptstadt gründete Niilo Helander eine Stiftung, die seinen Namen trägt. Die Stiftung besteht noch heute und vergibt Stipendien an Projekte aus verschiedenen Bereichen.

Niilo Helander setzte sich für den Bau einer Eisenbahn über Heinola nach Jyväskylä ein, aber die massive Brücke, die über die reizende Villeninsel verläuft, war nicht nach seinem Willen. Die Fertigstellung der Brücke hat er nicht mehr erlebt, denn er wurde von einem Motorrad überfahren und starb im Januar 1930 an den Folgen dieses Unfalls.

Das prächtige Hauptgebäude von Siltasaari wurde bei einem Bombardement der Sowjets am 25. Juni 1941 zerstört. Das Ziel der Flieger, die in zwei Wellen angriffen, war wohl die Eisenbahnbrücke gewesen. Am Geländer der Brücke erinnert noch heute der Einschlag eines Bombensplitters an den Luftangriff.

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